{"id":1168,"date":"2017-05-15T12:35:21","date_gmt":"2017-05-15T10:35:21","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gmp-online.de\/blog-gmp\/?p=1168"},"modified":"2017-05-31T12:34:53","modified_gmt":"2017-05-31T10:34:53","slug":"stresskompetenz-in-drei-schritten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gmp-online.de\/blog-gmp\/2017\/05\/15\/stresskompetenz-in-drei-schritten\/","title":{"rendered":"Stresskompetenz in drei Schritten &#8211; mit der Stressampel nach Gert Kaluza"},"content":{"rendered":"<p>In diesem Artikel lesen Sie, wie Sie nachhaltig erfolgreich mit Stress umgehen.<\/p>\n<p>Er wendet sich an alle, die bereit sind, ihr eigenes Stressverhalten zu reflektieren und an ihrem individuellen Umgang mit Stress zu arbeiten. Folgende Inhalte werden thematisiert:<\/p>\n<ul>\n<li>Was ist Stress?<\/li>\n<li>Welche Folgen hat Stress?<\/li>\n<li>Wie entsteht Stress?<\/li>\n<li>Die drei S\u00e4ulen der Stressbew\u00e4ltigung<\/li>\n<\/ul>\n<p><!--more--><\/p>\n<h2>Stress: Gefahrenfaktor unserer Generation<\/h2>\n<p>Die Weltgesundheitsorganisation hat Stress zu einer der gr\u00f6\u00dften Gesundheitsgefahren des 21. Jahrhunderts erkl\u00e4rt. Stress am Arbeitsplatz l\u00e4sst sich kaum vermeiden. Ein Projekt jagt das n\u00e4chste, der Chef kommt mit immer neuen Aufgaben, die Kundenanspr\u00fcche wachsen. W\u00e4hrend die Anforderungen einigen zu schaffen machen, spornen sie andere zu H\u00f6chstleistungen an. Unser Umgang mit Stress ist individuell: Wie und wann wir Stress empfinden, h\u00e4ngt von unserer Pers\u00f6nlichkeit, unseren Erfahrungen und unserer Einstellung ab. Eine <a href=\"http:\/\/www.gmp-online.de\/personality-health\/training\/\">langfristig erfolgreiche Stressbew\u00e4ltigung<\/a> beginnt daher immer mit der Analyse der ureigenen Situation.<\/p>\n<h2>Was versteht man unter Stress?<\/h2>\n<p>Als Begriff wird Stress inflation\u00e4r gebraucht, daher lassen Sie uns zun\u00e4chst einen kleinen Exkurs machen: Stress &#8211; was ist das eigentlich?<\/p>\n<p>Der Begriff Stress kommt aus dem englischen und steht f\u00fcr Druck\/Anspannung. Urspr\u00fcnglich stammt er aus der Werkstoffkunde. Der Mediziner Hans Selye \u2013 der \u201eVater der Stressforschung\u201c &#8211; f\u00fchrte den Begriff in den 1950er Jahren in die Biologie ein. Selye stellte fest, dass der K\u00f6rper immer auf dieselbe Weise reagiert, wenn er sich Ver\u00e4nderungen wie z.B. k\u00f6rperlichen Verletzungen, Hunger, K\u00e4lte, Angst oder \u00c4rger, anpassen muss. Er nannte das Stressreaktion. Die Stressreaktion nach einem Reiz (drohender Gefahr) sorgt daf\u00fcr, dass der K\u00f6rper in k\u00fcrzester Zeit flucht- oder kampfbereit ist. Die nun eintretende kurzfristige und automatische Aktivierung von K\u00f6rperfunktionen, wie erh\u00f6hter Herzschlag, Anspannung der Muskulatur, Weitung der Pupillen, ist also lebensrettend.<\/p>\n<p>Stress muss keineswegs immer sch\u00e4dlich sein, er ist zugleich \u201edie W\u00fcrze unseres Lebens\u201c (Hans Selye, Stressforscher, 1957). Den positiven Stress nennen wir Eustress. Er \u00a0treibt uns an, eine Top-Performance zu leisten. Doch Stress braucht einen Ausgleich. Wichtig ist, seinen pers\u00f6nlichen Energiehaushalt ausgeglichen zu f\u00fchren. Nach einer Stressphase die Reserven wieder aufzutanken und sich zu regenerieren, ist notwendig. Wir sind heute geneigt, uns kaum Erholungspausen zu g\u00f6nnen. Unsere Anpassungsenergie ist aber nicht unersch\u00f6pflich, unsere Reserven sind irgendwann leer. Die Dauerbelastung wird chronisch. Der negative Stress (Distress) ist ein Risikofaktor f\u00fcr eine Vielzahl von Erkrankungen.<\/p>\n<h2><strong>Wie entsteht Stress? Oder: Warum Angela Merkel kein Burnout hat<\/strong><\/h2>\n<p>Unsere Bundeskanzlerin ist zweifelsohne diversen Belastungen ausgesetzt. Dennoch wirkt sie in der Regel gelassen und konzentriert. Wie kommt das?<\/p>\n<p>Vielleicht haben Sie schon mal geh\u00f6rt, dass die Politikerin auch \u201eTeflon-Merkel\u201c genannt wird, denn sie ist in der Lage, alles an sich abgleiten zu lassen &#8211; wie eine Teflon-Pfanne. Sie ist in der Lage, zu beeinflussen, was sie als stressig empfindet.\u00a0 Denn Stress beginnt im Kopf. Er wird durch die individuelle Bewertung von Situationen verursacht. Unsere Gedanken arbeiten an der Wirklichkeit mit und wirken sich entsprechend auf die individuelle Stressreaktion aus. Wir k\u00f6nnen Stress als Freund oder Feind bewerten. Genau hier setzt das Modell der Stressampel von Gert Kaluza an.<\/p>\n<p>Sie zeigt die Mechanismen der Stressentstehung und das komplexe Wechselspiel zwischen Situation, Bewertung und Reaktion auf. Kaluza unterteilt Stress in drei Komponenten<\/p>\n<h5><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-medium wp-image-1183\" src=\"http:\/\/www.gmp-online.de\/blog-gmp\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2017\/05\/Ampel5-550x325.png\" alt=\"\" width=\"550\" height=\"325\" srcset=\"https:\/\/www.gmp-online.de\/blog-gmp\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2017\/05\/Ampel5-550x325.png 550w, https:\/\/www.gmp-online.de\/blog-gmp\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2017\/05\/Ampel5-768x453.png 768w, https:\/\/www.gmp-online.de\/blog-gmp\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2017\/05\/Ampel5.png 922w\" sizes=\"(max-width: 550px) 100vw, 550px\" \/><\/h5>\n<p><strong>Stressoren<\/strong>, Leitsatz: Ich gerate in Stress, wenn &#8230; (Anforderungen von au\u00dfen, L\u00e4rm, soziale Konflikte, Leistungsanforderungen). Zun\u00e4chst wird nach den konkreten Ausl\u00f6sern gefragt.<\/p>\n<p><strong>Pers\u00f6nliche Stressverst\u00e4rker<\/strong>, Leitsatz: Ich setze mich selbst unter Druck, indem&#8230; (Ungeduld, Perfektionismus, Kontrollstreben). Neben den \u00e4u\u00dferen Umst\u00e4nden sind es h\u00e4ufig die eigenen Einstellungen und Gedanken, die zu noch mehr Stress f\u00fchren.<\/p>\n<p><strong>Stressreaktion<\/strong>, Leitsatz: Wenn ich im Stress bin, dann&#8230; (mangelnde Konzentration, Aggressivit\u00e4t, Migr\u00e4ne, Schlaflosigkeit)<strong>. <\/strong>Die dritte Ebene besch\u00e4ftigt sich mit der Stressreaktion auf der Leistungsebene (Konzentrationsst\u00f6rungen, Kreativit\u00e4tsverlust, Fehlleistungen&#8230;), auf der emotionalen Ebenen (Aggressivit\u00e4t, Gereiztheit, \u00c4ngste &#8230;), auf der Verhaltensebene (Misstrauen, Eifersucht, R\u00fcckzug), auf der k\u00f6rperlichen Ebene (Bluthochdruck, Verspannungen, Schlafst\u00f6rungen, Libidoverlust, Ersch\u00f6pfungssyndrom).<\/p>\n<p>Die drei Phasen unterst\u00fctzen dabei, ein individuelles Stressprofil zu erarbeiten. Gleichzeitig bilden die drei S\u00e4ulen die Ansatzpunkte, wie Sie Ihre pers\u00f6nliche Stresskompetenz verbessern k\u00f6nnen<\/p>\n<h2><strong>Die drei S\u00e4ulen der Stressbew\u00e4ltigung <\/strong><\/h2>\n<p>Umwelt ver\u00e4ndern: Wenn Sie es h\u00e4ufig mit \u00e4u\u00dferen Stressoren zu tun bekommen, k\u00f6nnen Sie einschreiten und entsprechend darauf reagieren, bevor der Stress zu gro\u00df wird. Genau dabei k\u00f6nnen die <strong>Ma\u00dfnahmen der instrumentellen Stresskompetenz <\/strong>helfen, wie Aufgaben abgeben, sich Unterst\u00fctzung suchen, Priorit\u00e4ten setzen.<\/p>\n<p>Bewertung ver\u00e4ndern: Bei der <strong>mentalen Stresskompetenz<\/strong> geht es darum, sich selbstkritisch mit eigenen stresserzeugenden und stressversch\u00e4rfendem Einstellungen auseinander zu setzen und nach und nach f\u00f6rderliche<br \/>\nDenkweisen zu entwickeln.<\/p>\n<p>Ausgleich schaffen, Energiereserven f\u00fcllen: <strong>Regenerative Stresskompetenz<\/strong> zielt darauf ab, Stressreaktionen vorzubeugen. Ausgleich schaffen durch Sport oder Entspannungstraining, gute Ern\u00e4hrung, Pausen und ausreichend Schlaf.<\/p>\n<p>Mit Hilfe der drei S\u00e4ulen kommen wir in unseren Stressmanagement-Trainings dem Stress auf die Spur. Neben Entspannungs- und Konzentrations\u00fcbungen und Strategien f\u00fcr den Alltag stehen Hilfe und Tipps im Umgang mit Stressgedanken (die \u201egelbe\u201c Komponente) im Fokus. Teilnehmer lernen ihr Stressverst\u00e4rkerprofil und ihre pers\u00f6nlichen stressversch\u00e4rfenden Glaubensmuster kennen (\u201eohne mich geht nichts\u201c, \u201egut ist nicht gut genug\u201c, \u201edas schaffe ich nie\u201c&#8230;).<\/p>\n<p>Methoden aus dem Kognitionstraining wie Realit\u00e4tstestung, temporale Relativierung oder Distanzierung durch Rollentausch sind M\u00f6glichkeiten, gegenzusteuern. Sie helfen dabei, Stressoren neu zu bewerten, zu akzeptieren und umzudeuten.<\/p>\n<p>Die \u201eTake-Home\u201c Message lautet: Stress ist eine Frage der Bewertung &#8211; wichtig ist zu erkennen, dass ich selbst Einfluss habe auf die Realit\u00e4t, die ich erfahre.<br \/>\nNur so kann nachhaltige Stressbew\u00e4ltigung gelingen. Ganz nach dem Motto von Jon Kabat-Zinn: \u201eDu kannst die Wellen nicht anhalten, aber du kannst lernen, auf ihnen zu reiten.\u201c<\/p>\n<p>Wenn Sie mehr \u00fcber erfolgreiches Stressmanagement erfahren m\u00f6chten, sprechen Sie uns an.<\/p>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.gmp-online.de\/mitglied\/ela-windels\/\">Ela Windels,<\/a> <\/strong>Beraterin der GMP.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Literatur:<\/strong><\/p>\n<p><span style=\"color: #999999;\">Gert Kaluza: Gelassen und sicher im Stress. Springer Verlag, 3. Auflage, 2012, Hans Selye: Stress beherrscht unser Leben. Econ Verlag, 1957, Luise Bartholdt und Astrid Sch\u00fctz: Stress im Arbeitskontext: Ursachen, Bew\u00e4ltigung und Pr\u00e4vention. Beltz Verlag, 2010, Watzlawick, Paul: Wie wirklich ist die Wirklichkeit? \u2013 Wahn, T\u00e4uschung, Verstehen. Piper Verlag, 1976<\/span><\/p>\n<p><em>\u00a0<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In diesem Artikel lesen Sie, wie Sie nachhaltig erfolgreich mit Stress umgehen. Er wendet sich an alle, die bereit sind, ihr eigenes Stressverhalten zu reflektieren und an ihrem individuellen Umgang mit Stress zu arbeiten. Folgende Inhalte werden thematisiert: Was ist Stress? Welche Folgen hat Stress? Wie entsteht Stress? 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